Erneuerbare Energien – die Grundpfeiler unserer zukünftigen Energieversorgung

Es gibt viele Wege, um Energie und Strom zu erzeugen. Lange Zeit haben die Menschen dazu in erster Linie auf fossile Energiequellen wie Kohle, Erdöl und Erdgas gesetzt. Mit der ersten Ölkrise im Jahr 1973 fiel dann der Startschuss für die Energiewende. Seitdem ist viel im Bereich der erneuerbaren Energien passiert und sie haben sich schon längst einen festen Platz unter den Energiequellen gesichert. Durch den Klimawandel rücken sie zudem immer mehr in den Fokus. Viele Energieversorgungsunternehmen gehen deshalb weg von klassischen Energieträgern und hin zu neuen, umweltschonenden Quellen. Spätestens seit der Einbeziehung der Erneuerbaren in den Redispatch, der für die Stabilität der Stromnetze sorgt, wird deutlich, dass diese nicht mehr nur ein Profiteur der Energiewende sind, sondern sich zum Grundpfeiler unserer zukünftigen Energieversorgung entwickeln.

In diesem Kontext werfen wir einen Blick auf die Verbrauchs- und Netzsicht. Was haben wir bisher geschafft, welche Herausforderungen haben wir gemeistert und wo wird die Reise hingehen.

Was bisher geschah

Zu Beginn wagen wir einen kleinen Blick in die Vergangenheit. Vieles begann bereits 1998, also vor 24 Jahren mit der Neuregelung des EnWG und der Vorstellung einer liberalisierten Energiewirtschaft. Angefangen mit der Verbändevereinbarung und den verhandelten Netzzugängen.

Schnell folgte daraufhin die Novellierung des EnWG 2003. In den darauffolgenden Jahren wurde die Regulierungsbehörde gegründet, die Anreizregulierung wurde ins Leben gerufen und wir sind von einem verhandelten Netzzugang in einen regulierten Netzzugang übergegangen. In den Stadtwerken selbst hat ein großer Transformationsprozess stattgefunden. Von einer früheren traditionellen Struktur, in der Netz und Vertrieb gemeinsam agiert haben, hat eine Entflechtung einzelner Wertschöpfungsstufen – also das Unbundling – stattgefunden. Netzbetreiber, Vertriebe bis hin zum Messstellenbetrieb wurden entflochten.

Diverse Verordnungen, Gesetze und Verpflichtungen, wie die Gas GVV, Strom GVV, AregV, Strom NEV und viele andere wurden ins Leben gerufen. All diese Vorschriften haben wir gemeinsam gemeistert und umgesetzt.

Kurz darauf wurde die Marktkommunikation eingeführt. Ein Mittel, um mit allen beteiligten Marktpartnern digitalisiert und automatisiert kommunizieren zu können. Es wurde eine GPKE, eine GeliGas, die KoV, die MaBis, die WiM und weitere Grundlagen unserer heutigen Marktkommunikation eingeführt. Wir erlebten und erleben noch heute die kontinuierliche Änderung in den Prozessen.

Gemeinsame Projekte

Schauen wir uns die letzten drei Jahre und unsere Projekte einmal genauer an: Wir haben gemeinsam den Rollout moderner Messeinrichtungen gemeistert, die MaKo 2020, die Marktgebietszusammenlegung, die Regelungen zur Stärkung der Bilanzkreistreue und noch viele weitere Projekte – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Welche Projekte warten in diesem Jahr auf uns? Wir meistern die MaKo 2022, das Projekt Redispatch 2.0 und den Rollout von intelligenten Messsystemen. Ich denke es wird ein spannendes, aber auch anstrengendes Jahr, in dem wir Sie gerne begleiten und unterstützen werden.

Die Auflistung unseres bereits bestrittenen Weges macht einem erst richtig bewusst, dass wir die Hauptakteure im größten nationalen IT-Projekt aller Zeiten sind.

Doch um nicht in der Vergangenheit zu verweilen, möchte ich mit Ihnen einmal in die Zukunft schauen. Wo führt uns unser Weg hin und die wichtigste Frage: Wie kommen wir dahin bzw. wie soll das alles eigentlich funktionieren?

Wo geht die Reise hin?

In unseren Köpfen schwebt für die Zukunft eine Agenda 2030, eine Agenda 2050, der Ausstieg aus konventionellen Energieträgern, die Einhaltung von Klimaschutzzielen, der Ausbau erneuerbarer Energien. Ich denk jeder von uns weiß, dass diese Umstellungen nicht so unkompliziert sind, wie sie scheinen.

Gerade im Netzbetrieb macht man sich bei diesem Thema direkt Gedanken zur Versorgungssicherheit. Wir haben ein physikalisches Netz, das bei 50Hz gehalten werden muss. Eine volatile Einspeisung aus erneuerbaren Energien, die nicht nur ins Hochspannungsnetz einspeisen, sondern auch ins Niederspannungsnetz. Wir haben Kraftwerke, die nicht so schnell regulierbar sind, wie wir uns das wünschen würden.

Unsere Energiewirtschaftspolitik wird nach dem energiepolitischen Zieldreieck ausgerichtet, welches die Versorgungssicherheit in Einklang mit der Nachhaltigkeit und der Wirtschaftlichkeit bringen muss. Daher ist es wichtig, die Instrumente zu kennen, die einem bei der Umsetzung des Fortschritts behilflich sind.

Das Instrument Sektorenkopplung

In der Zukunft wird uns das Thema der Sektorenkopplung begleiten. Doch was versteht man eigentlich unter Sektorenkopplung?

Die Sektorenkopplung beinhaltet die Verbindung der Sektoren Strom, Wärme, Gas und Verkehr sowie die Nutzung von Energiespeichern und Energiewandlern. Durch die Verbindung der unterschiedlichen Sektoren miteinander kann elektrische Energie zur Dekarbonisierung anderer Sektoren genutzt als auch der gewonnene Strom aus erneuerbarer Energie eingelagert werden. In der Sektorenkopplung können Synergien einzelner Sparten gestärkt und gefördert werden. Wir können Netzschwankungen verhindern, indem wir die erzeugte Energie speichern oder auch ins Gasnetz überführen.

Die Sektorenkopplung ist kein Zukunftsgedanke mehr. Wir setzen sie heute schon ein. So kann ich z. B. mein Elektroauto an diversen Ladesäulen tanken, ich kann den eingespeisten Strom der Photovoltaikanlage für die nächste Tankfüllung verwenden und trage einen Teil zur Dekarbonisierung des Verkehr- und Energiesektors bei.

Natürlich ist das nur ein kleiner Schritt in Richtung Sektorenkopplung, aber jeder fängt einmal klein an.

Der Einsatz von Smart Grid

Neben der Sektorenkopplung ist ein wichtiges Instrument für die zukünftigen Herausforderungen die Implementierung des Smart Grid und der flächendeckende Rollout der intelligenter Messsysteme. Aber was genau steckt eigentlich hinter einem Smart Grid oder einem Smart Meter?

Ich beginne mal mit dem Smart Grid. Das Smart Grid oder auch das intelligente Stromnetz ist eine Schüsselkomponente auf dem Weg in Richtung Energiewende. Das Smart Grid verbindet die Akteure der Energiesysteme von der Erzeugung über den Transport, die Speicherung, die Verteilung bis hin zum Verbrauch. In einem Smart Grid kann jedes Endgerät aufgenommen werden. So entsteht ein integriertes Daten- und Energienetz mit völlig neuen Funktionalitäten. Durch die Informations- und Kommunikationstechnologie ist das Smart Grid in der Lage schwankende Energiezufuhr und die Stromversorgung im Netz intelligent zu regeln.

Damit ein Smart Grid in seinem völligen Umfang funktionieren kann, benötigen wir in dem Netz der Zukunft Smart Meter oder auch intelligente Messsysteme.

Smart Meter sind eine wichtige Komponente, um die Versorgungssicherheit zukünftig sicherzustellen. Ein intelligentes Messsystem ist nicht nur in der Lage den Stromverbrauch oder die eingespeiste Strommenge zu messen, damit diese gegenüber dem Endkunden abgerechnet werden kann. In diesen Geräten steckt noch einiges mehr an Technologie. So kann ein Smart Meter Spannungsausfälle protokollieren oder intelligente Verbrauchs- und Speicheranlagen im Haushaltsbereich steuern. Noch wichtiger ist aber, dass intelligente Messsysteme die Informationen an die Netzbetreiber übertragen, um Erzeugung, Netzbelastung und Verbrauch weitgehend automatisiert aufeinander abstimmen zu können.

Smart in die Zukunft

Die Rolle des Verteilnetzbetreibers wird in der Zukunft also immer wichtiger. Wir als Netzbetreiber sind schon heute und bleiben auch in Zukunft die Datendrehschreibe, um die ganzen Informationen zu verarbeiten und an unsere Marktpartner zu kommunizieren.

Wie wir sehen, wird die Technologie der Zukunft immer intelligenter und dynamischer, das Datenaufkommen höher und die Prozesse immer komplexer. Wir freuen uns diesen Weg gemeinsam mit unseren Kunden antreten zu dürfen.

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