Albert Einstein Discovery Center: Vorbild und Standort-Faktor

Vor gut 150 Jahren, am 14. März 1879 wurde Albert Einstein in Ulm geboren. Sein Geburtshaus in der Bahnhofstraße wurde bei einem Bombenangriff am 17. Dezember 1944 zerstört. Und auch sonst gab es über Jahrzehnte kaum Spuren von ihm in der Stadt. Das änderte sich abrupt, als im Zuge des Baus der Sedelhöfe, dem neuen Eingang zur Stadtmitte, die Fundamente des Hauses ausgegraben wurden. Plötzlich rückte der geniale Physiker wieder in das Ulmer Bewusstsein. Und es entstand eine kühne Vision: Das Einstein Discovery Center sollte entstehen, mit einer visionären Architektur und als Erlebniszentrum für die faszinierende Welt der Physik, aber auch für das Leben und Wirken Albert Einsteins. Ein Projekt, das uns bei Wilken vom Start weg fasziniert hat. Eine Ehrensache also, dass wir das auch als einer der Hauptsponsoren mit vorantreiben wollen.

Die Ulmer Bürger als Motor

Die großen Ulmer Meilensteine waren immer auch Ergebnisse des Engagements der Ulmer Bürger. So ist das Ulmer Münster deswegen ein „Münster“, weil nicht die Kirche, sondern die Einwohner Ulms 1377 den Bau in Rollen gebracht und vor allem auch finanziert haben. Zum 500. Jubiläum der Grundsteinlegung des Münsters im Jahr 1877 stifteten Mitglieder der Synagogengemeinde von Ulm, zu der übrigens auch der Vater Albert Einsteins gehörte, die Statue des alttestamentlichen Propheten Jeremia, der einzigen Statue mit verhülltem Haupt in diesem Gotteshaus. Dieses Jubiläum bildete gleichzeitig den Auftakt zur zweiten Bauphase – ebenfalls finanziert durch die Ulmer Bürger. Das Ergebnis: Der mit 161,53 Metern (immer noch) höchste Kirchturm der Welt.

Kultur und Wissenschaft

Ein weiteres Beispiel für das, was Bürger in einer Stadt bewegen können, ist die Ulmer Universität. Nachdem der Wissenschaftsrat 1959 die Gründung neuer Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland gefordert hatte, wurde am 8. Juni 1960 der „Arbeitskreis Universität Ulm“ gegründet. Als das Kultusministerium 1962 eine Medizinische Akademie für Ulm vorsah, bemühte sich der Arbeitskreis um die Erweiterung zu einer Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Hochschule. Mit Erfolg: Am 25. Februar 1967 fand die offizielle Gründungsfeier der Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Hochschule Ulm statt. Im Dezember 1967 erhielt sie dann den Namen und Rang einer Universität.

Albert Einstein in allen Facetten

Nun also das Einstein Discovery Center: Auch diese Idee wird ausschließlich von Ulmer Bürgern und Unternehmen getrieben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer der wichtigsten ist natürlich, Albert Einstein in seiner Geburtsstadt endlich den Rang einzuräumen, der ihm gebührt. Dieses Erlebniszentrum soll in vieler Hinsicht einzigartig werden. Denn Museen für Geschichte, Kunst und Naturwissenschaften gibt es viele, aber nirgendwo den vollständigen dreiteiligen Ansatz des Discovery Centers: die Lebensgeschichte eines der berühmtesten Menschen der Geschichte, eine technologische Hommage an seinen Einfluss auf das heutige Leben und die Möglichkeit, seine wissenschaftliche Entdeckungswelt in interaktiven Hands-on-Erfahrungen zu teilen.

Relativität

Andere Museen und Institutionen haben „Freunde“, die sie unterstützen. Nur das Discovery Center bietet die Möglichkeit, ein „Verwandter“ zu sein. Für eine bestimmte Spende erhalten Einzelpersonen, Familien oder Schulklassen auf der ganzen Welt die Ehre, ein Einstein-Verwandter zu werden. Unter Verwendung digitaler Technologie und Hologramme wird jeder einzelne Spender im speziellen Relativitätsraum aufgelistet.

Menschlichkeit

Einstein war ein Mann des Friedens. Jüdisch, aber nicht religiös, glaubte er immerhin, wie auch die Erbauer des Ulmer Münster, an „guten Willen unter den Menschen und Frieden auf Erden“. Er sagte einmal: „Unsere Aufgabe muss es sein, uns zu befreien, indem wir unseren Kreis des Mitgefühls erweitern, um alle Lebewesen und die ganze Natur und ihre Schönheit zu erfassen“. Was läge also näher, als das Ulmer Wahrzeichen mit der Ikone des 20. Jahrhunderts zu verbinden? Der siegreiche Architekt soll ein Discovery Center mit beeindruckender Aussicht aus der Luft schaffen, darunter von der Spitze des Münsters aus. Viele, die das Discovery Center besuchen, werden die Herausforderung des 768-stufigen Aufstiegs auf sich nehmen, um die Aussicht zu genießen und über die Bedeutung dessen nachzudenken, was sie im Zentrum erlebt haben.

Gehen wir es an

Soweit die Idee: Wir als Wilken Software Group, wollen dazu beitragen, dass sie bald Wirklichkeit wird. Deswegen unterstützen wir den Verein nicht nur finanziell. Die Mitglieder- und Spenderkommunikation wird beispielsweise über die Wilken E-Marketing Suite abgewickelt. Dazu gehört auch die Aktion ein-stein-fuer-einstein.de, bei der Spender – Privatpersonen wie Firmen – einen Originalstein von Einsteins Geburtshaus erwerben können. Und ab 2020 sorgen wir dafür, dass die Botschaft dieser Initiative auch mobil in Form einer eigens gestalteten Straßenbahn durch die ganze Stadt getragen wird. Ebenso am Bahnhof, der dank Stuttgart 21 in wenigen Jahren nur noch einen Katzensprung von Stuttgart und seinem Flughafen entfernt liegt. Am Ende könnte so das Einstein Discovery Center zu einer international ausstrahlenden Institution werden, das Ulm als Zentrum der Kultur, der Wissenschaften und vor allem auch des Bürgersinns voranbringt.

Quelle für alle Bilder: Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V.

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