Alles bleibt anders: Corona und Wilken

Erstmal bleibt alles anders: So könnten man in wenigen Worten die derzeitige Situation aus Sicht des Wilken-Situationsmanagements zusammenfassen. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und leider auch gesundheitlichen Auswirkungen in und nach der Corona-Krise bleiben eine Herausforderung, auch im neuen Jahr. Doch erstmal zurück zum Anfang:

Die Situation managen

Wie in vielen Betrieben wurde auch im März in der Wilken Software Group ein eigenes Führungsteam gebildet, das die Auswirkungen der auf die Unternehmensgruppe bewältigen soll – das so genannte Situationsmanagement. Die Ziele waren klar formuliert: Schutz der Belegschaft, Kunden, Partner und Interessenten und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs. Neben den organisatorischen Aufgaben wurde sehr schnell klar, dass sich die Welt außerhalb unseres Unternehmens nicht mehr mit der Welt vor Corona vergleichen lässt. Projektworkshops, Vertriebspräsentationen, Netzwerkveranstaltungen: all dies hatten wir gerade in Deutschland bisher zu 95 Prozent in Form von Präsenzterminen durchgeführt. Lizenzen für Online-Tools zur Durchführung von Video-Konferenzen gab es zwar, genutzt wurden diese aber so gut wie nie. Ein Grund dafür war übrigens auch, dass in der Zeit vor Corona viele unserer Kunden aus Datenschutzgründen keine dieser gängigen Tools nutzen durften.

Auf einmal alles online

Dann kam Corona. Gefühlt eine Woche später nutzten alle Unternehmen die unterschiedlichsten Anbieter von Video-Konferenz-Plattformen und haben versucht, mit deren Hilfe den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Auch das Homeoffice war für viele unserer Kunden, Mitarbeiter und Partner vor Corona kaum ein Thema. Das änderte sich aber quasi von einem Tag zum anderen. Doch wer glaubte, dass analog einfach durch digital ersetzt werden kann, der irrte gewaltig. Auch wir haben schnell erkannt, dass neben der Investition in die technische Ausstattung (Videotürme, Konferenzspinnen, Software-Lizenzen,…) vor allem auch das Skill-Set der Mitarbeiter weiter entwickelt werden musste. Gemeinsam mit einem Partner-Unternehmen haben wir deswegen die ersten rein digitalen Seminare für unsere Beratung und den Vertrieb initiiert, um in digitalen Workshops, Schulungen und Präsentationen professionell auftreten zu können.

Liebe geht durch den Magen

Was wir schon lange wussten: Viele unserer Gäste kommen nicht nur wegen unserer Software zu uns nach Ulm. Auch unser Demeter-Betriebs-Casino ist ein Leistungsmerkmal und Anziehungspunkt. Das war nun leider für unsere Besucher plötzlich unerreichbar. Kein Problem für uns: Nach dem Motto „wenn ihr nicht ans Buffet kommt, kommt das Buffet zu euch“, haben wir gemeinsam mit einem Partnerunternehmen eine digitale Veranstaltungsreihe mit Brunch-Charakter ins Leben gerufen, unser #digibrunch.

Das wurde zu einem vollen Erfolg: sechs Seminare mit jeweils mehr als 80 Teilnehmern, solch einen Zuspruch hatten wir auch zu analogen Zeiten eher selten. Was uns besonders freut: Auch Partnerunternehmen waren von dieser Idee begeistert unterstützen die Veranstaltungen ebenfalls durch ihre aktive Beteiligung. Beflügelt von dieser Erfahrung laden wir nun unsere Kunden auch zu den digitalen Jahresendgesprächen mit einem Päckchen ein – gefüllt Plätzchen und Punsch ein.

Essen „to heat“

Weil das mit dem Essen für zu Hause so gut funktioniert hatte, entwickelten wir für unser Casino quasi über Nacht einen eigenen Online-Shop. Nach dem Motto „heat and eat“ können Fans unserer Küche (und solche, die es werden wollen) seitdem online wechselnde Gerichte und Lebensmittel bestellen – deutschlandweit und natürlich in Bioqualität. So können nun auch erstmals alle anderen Wilken-Standorte in den Genuss unserer leckeren und gesunden Küche kommen.

Corona gut für den Klimaschutz?

Was sicher ist, dass normal anders wird als es früher war… auf jeden Fall digitaler. Darüber freut sich auch die Natur, möchte man meinen. Oder nicht? Unsere Nachhaltigkeitsmanagerin und Mitglied im Situationsmanagement, Sina Schwemmreiter, macht deutlich: „Die Corona-Pandemie und damit einhergehende Veränderungen, auch in der Arbeitswelt, können eine Chance für mehr Nachhaltigkeit sein – aber unter Vorbehalt.“ Im Mai stimmten die Prognosen noch sehr optimistisch. Von den stärksten Rückgängen an CO2-Emission seit dem zweiten Weltkrieg war hier die Rede. Tatsächlich wirkten sich die Ausgangssperren, Reiseverbote, Flugstreichungen, Grenz-, Fabrik-, und Ladenschließungen positiv auf die weltweiten Emissionen aus. Gerade im Mobilitätssektor gab es erhebliche Rückgänge. Das zeigte sich auch bei uns im Unternehmen deutlich. Im Verglich zum Vorjahr gab es fast 75 Prozent weniger Flüge und einen verringerten Spritverbrauch der Dienstwagen um stolze 65 Prozent. Damit haben wir ca. 445 Tonnen CO2 eingespart. Wer nicht täglich zur Arbeit pendeln muss, spart zudem durchschnittlich 15 Tonnen CO2 und eine Woche Lebenszeit pro Jahr, was in der obigen Berechnung noch gar nicht berücksichtigt ist. Wir haben entdeckt, wie gut virtuelle Meetings, Konferenzen und Schulungen funktionieren, und konnten problemlos auf viele Geschäftsreisen verzichten. Klingt doch erstmal gut!

Die Weltorganisation für Meteorologie (WTO) warnt allerdings in einem erst kürzlich erschienenen Bericht eindrücklich vor dem ungebrochenem Langzeittrend der weltweit steigenden Treibhausgasemissionen. Der coronabedingte Emissionsrückgang ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man sich die Entwicklungen der letzten Jahre anschaut. Wir müssen unsere Emissionen weiter im Blick behalten und strenge Reduktionsmaßnahmen umsetzen, wenn wir das 1.5° Ziel erreichen wollen. Hier gilt es auch, die neu gewonnen Routinen digitalen Arbeitens und die umfassende Reduktion von Dienstreisen in den Alltag zu übernehmen – auch und gerade nach Corona.

Gleichzeitig beschleunigt sich dadurch wiederum die Dynamik der Digitalisierung enorm. Wenn Autofahrten durch Videokonferenzen ersetzt werden, nehmen Datenströme und Energieverbräuche drastisch zu. Auch das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, wenn wir von Klimaschutz sprechen. Wir müssen uns also als Softwarehaus gesamtgesellschaftlich und im speziellen mit der Frage nach einer möglichst ressourceneffizienten und datensparsamen Nutzung und Entwicklung von Hard- und Software beschäftigen. Nur so können wir unerwünschten Rebound-Effekten und weiteren Emissionssteigerungen entgegenwirken. In die Thematik Green-IT und nachhaltige Software wollen wir deswegen im kommenden Jahr einsteigen und im ersten Schritt auch unsere Energieverbräuche der P/5-Entwicklung in einer standardisierten Testumgebung messen. Durch die Krise verändert sich vieles ganz automatisch. Damit aber nicht nur alles anders, sondern auch besser bleibt, müssen wir die Veränderungen aktiv mitgestalten und einen klaren Fokus auf Nachhaltigkeit setzen.

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