Abrechnung und Elektromobilität

E-Mobility: „Elektrizität ist das neue Öl“

Der Weltenergierat (World Energy Council, WEC) hat im Mai seinen jährlichen „World Energy Issues Monitor“ veröffentlicht. Der Bericht identifiziert Stressfaktoren, die die globale Energiewende beeinflussen. Der Generalsekretär des WEC, Christoph Frei, fasste ein wichtiges Thema rund um die Transformation des Energiesystems mit Bezug auf das Thema E-Mobility folgendermaßen zusammen (Quelle: DENA):

„Es ist absolut klar, dass Elektrizität das ’neue Öl‘ ist. Mit diesem Energieträger geht es nur in eine Richtung, während andere wie Kohle oder Gas ihren Höhepunkt erreichen, versiegen oder stagnieren. Durch die Elektrifizierung steigt die Nachfrage nach Strom, bis 2060 wird sie sich verdoppeln.“

Die Frage ist: Kann sie sogar noch schneller werden?

„Die Beschleunigung, die wir in den letzten Jahren in vielen Ländern im Verkehrsbereich erlebt haben, ist dramatisch.“

Entwicklung des Bereichs „E-Mobility“

Obwohl in den letzten Wochen immer wieder negative Nachrichten über Tesla in den Medien zu lesen waren, ist Teslas Model 3 in 2018 das meistverkaufte Auto in den USA (Bericht aus der Wirtschaftswoche). Damit hat Elon Musk seine Vision, ein wahrhaft massenmarkttaugliches Auto in die USA zu bringen, endlich umgesetzt. Hierzulande sind wir davon noch weit entfernt. VW aus Wolfsburg stellte im ersten Halbjahr 2018 insgesamt acht Fahrzeuge von den Top 10, die von der C-Klasse von Mercedes-Benz und Ford Focus ergänzt wurden. Darunter befindet sich kein Fahrzeug mit Hybrid- oder Elektroantrieb.

Zu geringe Reichweiten, fehlende Ladesäuleninfrastruktur und vor allem zu hohe Kosten sind hierzulande die wichtigsten Gründe, warum die Elektromobilität noch nicht richtig Fahrt aufnimmt. Dazu kommt, dass die deutschen Autohersteller die technische Entwicklung lange verschlafen haben und erst in den nächsten Monaten ihre ersten Premium-Elektroautos auf den Markt bringen. Deshalb hat im September auch die Bundesregierung die Prognose um zwei Jahre nach oben korrigiert, d.h. erst im Jahr 2022 werden voraussichtlich eine Million elektrisch betriebene Fahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs sein.

Wie tickt die „Generation E“?

Das Handelsblatt hat am 27. September 2018 Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, wie die „Generation E“ tickt. Diese sehen die Dieseltechnik als veraltet an, ernähren sich bewusster und zählen zum so genannten „visionären Milieu“, nehmen also intensiv an Diskussionen über die Zukunft nicht nur der Mobilität, sondern der Gesellschaft insgesamt teil.

E-Mobilty Handelsblatt-Umfrage

Quelle: Puls Marktforschung / Angaben in Prozent

Die Puls-Marktforschung fand auch heraus, dass das Kaufinteresse an Elektroautos in Deutschland kontinuierlich zunimmt, während der Anteil der E-Mobilverweigerer von 26 auf 20 Prozent sank. Aber auch die Vertreter der Generation E sind Gewohnheitsmenschen: Ihr Elektroauto möchte die klare Mehrheit der Befragten (76 Prozent) weiter wie bisher an der Tankstelle laden. Parkhäuser und Raststätten sind bei der Frage nach den perfekten Ladeorten die zweite und dritte Wahl – neben dem Ladeplatz daheim und am Arbeitsplatz.

Geschäftsmodelle

Alle Energieversorger werden sich sicher darüber freuen, wenn Strom das neue Öl wird und sich die Stromabsätze mit mehr elektrisch betriebenen Fahrzeugen signifikant erhöhen. Der Drive aus dem Verkehrsbereich muss sich natürlich auch in den Geschäftsmodellen wiederspiegeln. Die Thüringer Energie AG waren die ersten, die nicht nur Geschäftsmodelle zu den Ladesäulen anbieten, sondern gleich das Elektrofahrzeug inkl. Laufleistung und 3-Jahresvertrag mitliefern. Somit lassen sich Geschäftsmodelle nicht nur klassisch bis zum Energieverbrauch und dessen Abrechnung denken, sondern bis zum Automobil, das es vom Energieversorger gibt, so wie wir es schon viele Jahre aus dem Telekommunikationsbereich kennen.

Neue Geschäftsmodelle geben den Energieversorgern damit die Möglichkeit sich immer stärker in den Alltag der Kunden zu integrieren und viele Stadtwerke sehen sich dabei als Multi-Utility-Unternehmen, das zum einen die Strom-, Gas- und Wasserversorgung sicherstellt, aber auch weitergehende Dienstleistungen übernimmt und künftig ausbauen wird. Mit unseren Lösungspaketen „e-mobility basic“ und „e-mobility advanced“ können wir neue Geschäftsmodelle bestmöglich unterstützen und Insellösungen vermeiden – über den Vertrieb und der Abbildung des e-mobility Portfolios in ENER:GY bis zur Abrechnung und dem Forderungsmanagement, unabhängig davon, ob erste „rudimentäre“ Geschäftsmodelle an der Ladesäule angeboten werden oder der Kunde ein Auto inkl. Fahrstrompaket, Ladebox und Ladekarte vom Energieversorger erhält.

 

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