Sektorkonvergenz: Neue Chancen für Stadtwerke

Was bislang strikt getrennt war, wächst in der Zukunft mehr und mehr zusammen: Dieser Trend, auch „Sektorkonvergenz“ genannt, gewinnt aktuell in der Versorgungswirtschaft deutlich an Boden. Das geht aus der „Stadtwerkestudie 2019“ hervor, die das Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) gemeinsam mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) durchgeführt hat. Dazu wurden im Februar und März 100 deutsche Versorgungsunternehmen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wilken Software Group richtig reagiert und die Themen rund um „Smart Energy“ und Digitalisierung, aber beispielsweise auch dezentrale Versorgungskonzepte wie Mieter- oder Quartiersstrom, rechtzeitig besetzt hat.

Digitalisierung treibt neue Geschäftsmodelle

„Die Digitalisierung in Verbindung mit dem fortschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien und der zunehmenden Bedeutung des Klimaschutzes verändern die Energiewirtschaft fundamental“, so die zentrale Erkenntnis der Autoren. Dabei stehen vor allem die Themenfelder Smart Metering (71 % volle Zustimmung) und Internet of Things (IoT, 60 % volle Zustimmung) im Fokus der Versorgungsunternehmen. Dazu kommen Robotics/Prozessautomatisierung (52 %) und Big Data (45 %). Auffällig ist, dass sich das Interesse an IoT, Künstlicher Intelligenz und Robotics gegenüber der Befragung 2018 deutlich nach oben entwickelt hat, während der Hype bei der Blockchain nachgelassen hat. Hier gingen die Zustimmungswerte von 32 auf 24 Prozent zurück.

Dezentrale Erzeugung und Versorgung an der Spitze

„Aus Sicht der Energiewirtschaft werden die Produkte und Dienstleistungen aus den Geschäftsfeldern dezentrale Stromerzeugung inklusive Stromspeicherung, Smart Metering/digitales Messwesen und Elektromobilität am stärksten zusammenwachsen. Dies ist insoweit nicht verwunderlich, als diese Geschäftsfelder eine große Nähe zum bestehenden Kerngeschäft aufweisen“, stellt die Stadtwerkestudie 2019 fest. An der Spitze liegen hier die Themen „dezentrale Stromerzeugung/-speicherung“ (73 %), „Smart Metering/Digitales Messwesen“ (68 %) und „Elektromobilität“ (66 %). Dass dabei Dienstleistungsangebote künftig verstärkt nachgefragt werden, ist ebenfalls ein Ergebnis der Studie. „Mit der Sektorkonvergenz verändern sich die geschäftlichen Strukturen zwischen den Unternehmen von einer sequenziellen Wertschöpfung (Lieferant-Abnehmer-Beziehung) über eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit wenigen bis hin zu einem Netzwerk von vielen Partnern (ggf. auf Zeit), die gemeinsam wirtschaftliche Interessen verfolgen“, so die Autoren. Dies sei aus Sicht der befragten Energieversorger zwingend notwendig, „da die Komplexität der Fragestellungen kombiniert mit einer hohen Veränderungsgeschwindigkeit es notwendig macht, sich auf die eigenen Kompetenzen und Stärken zu fokussieren.“

Kommunale Vernetzung als Vorteil

Vor Ort sehen viele Versorgungsunternehmen vor allem die Wohnungswirtschaft (68 %) sowie Technologie- und IT-Unternehmen (64 %) als potenzielle Partner, mit denen man durch eine enge Verzahnung Synergiepotenziale heben und die Sektorkonvergenz vorantreiben könnte. Auch das Thema TK-Infrastruktur/Breitband (56 %) gewinnt an Boden, während die Automobilindustrie trotz des Themas E-Mobility nur auf einen Wert von 47 % kommt. Als Partner kaum infrage kommt der Handel, hier sehen lediglich 21 % der Befragten größere Chancen.

Sektorkonvergenz entwickelt sich evolutionär

„Der Großteil der Energieversorger erwartet in den nächsten drei bis fünf Jahren eher eine evolutionäre Entwicklung der Geschäftsmodelle in der Energiewirtschaft“, stellt die Studie fest. Die dazugehörigen Geschäftsfelder könnten so mit einem verhältnismäßig niedrigen Ressourceneinsatz und damit auch mit einem verminderten Risiko erschlossen werden. Neben den klassischen Energiethemen sehen die Versorgungsunternehmen aber auch in den Geschäftsfeldern Telekommunikation, Smart Home und Smart City wichtige Zukunftsmärkte. Interessant dabei ist, dass 52 der 100 Energieversorger noch gar keine Aktivitäten im Bereich der TK- oder Internetdienste geplant haben, nur 22 sind hier bereits mit Angeboten auf dem Markt. Auch beim Smart Home oder bei der Smart City sind die Mehrzahl der Unternehmen noch nicht aktiv. „Die intelligente Straßenbeleuchtung stellt das heute am stärksten verbreitete Produkt bzw. die am weitesten verbreitete Dienstleistung dar, da sie sich nahe an der Energieversorgung bewegt. In Zukunft wird sich das Angebot stärker von der klassischen Energieversorgung wegbewegen. Intelligente Parkraumbewirtschaftung, Umweltüberwachung über Echtzeitdaten und digitales Verkehrsmanagement sind nur einige Bereiche, in denen zukünftig EVU aktiv werden.

Wilken Software Group richtig aufgestellt

Die Strategie der Wilken Software Group, gemeinsam mit der Stadtwerke-Kooperation KIK-S, das Smart City Lab als praxisorientiertes IoT-Testfeld für die Städte von morgen aufzubauen, passt genau in den Trend, der in der Stadtwerkestudie 2019 aufgezeigt wird. Denn der kooperative Ansatz vereint IT- und Technologie-Know-how mit der Stadtwerke-Kompetenz. Mit neuen Angeboten, wie etwa dem LORA-WAN, können sich letztere als Partner für „ihre“ Kommunen etablieren und so neue Geschäftsfelder in der künftigen Smart City erschließen. Aber auch die weiteren Themenfelder der Sektorenkonvergenz deckt Wilken bereits ab. Die Direktvermarktung von EEG-Anlagen, Mieter- oder Quartiersstrommodellen sowie die Heiz- und Nebenkostenabrechnung bilden die Basis für neue Partnerschaften mit der Wohnungswirtschaft, die auch komplett extern über Wilken PRO, der Dienstleistungstochter von Wilken und Factur, abgewickelt werden können. Die Abrechnung der Elektromobilität ist ebenso möglich wie die von Kartenlösungen, über die Stadtwerke künftig weit über den Energiebereich hinausreichende Leistungen anbieten können. Unterstützt werden sie dabei von der Wilken E-Marketing Suite, über die eine konsequent an den jeweils individuellen Interessens- und Lebenslagen ausgerichtete Online-Kommunikation mit Kunden und Interessenten umgesetzt werden kann. Und mit der P/5 SMGA Suite und dem Tochterunternehmen Tremondi als Dienstleister für die Smart-Meter-Gateway-Administration und weitergehenden Dienstleistungen im Bereich des Digitalen Messwesens, ist Wilken auch im Smart-Metering zukunftsfähig aufgestellt.

Kommentare

0 Personen haben diesen beitrag kommentiert

Meinungen

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.