ZUGFeRD 2.0 scharrt bereits mit den Hufen

„Das Leben ist kein Ponyhof“ heißt es immer, wenn im Leben nicht alles nach Plan läuft. Nach Plan läuft derzeit aber die Weiterentwicklung des ZUGFeRD-Formats, denn nach 2014 steht nun 5 Jahre später die neue Version ZUGFeRD 2.0 des elektronischen Rechnungsformats bereit. Mit dieser werden der Arbeitsaufwand und die Kosten für die Rechnungslegung gesenkt. Zudem werden elektronische Rechnungen deutlich schneller bezahlt. Viele öffentliche Verwaltungen gehen gerade in dieser Sache auf die Energie- und Wasserversorger zu und starten Anfragen und erste Projekte, denn die elektronische Rechnungsstellung ist ab November 2020 für öffentliche Aufträge verpflichtend. Damit kann auch die Eingangsrechnungsverarbeitung in den öffentlichen Verwaltungen optimiert werden.

Was ist ZUGFeRD?

Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit, kommt die elektronische Rechnung. ZUGFeRD ist ein elektronisches Rechnungsdatenformat für den Austausch von Rechnungen, das von Mensch und Maschine gleichermaßen gelesen werden kann.

Als hybrides Datenformat integriert ZUGFeRD 2.0 in einem PDF-Dokument (PDF/A-3) strukturierte Rechnungsdaten im XML-Format. Das heißt, der Rechnungsversand erfolgt grundsätzlich in Form eines PDF-Dokuments, welches die Sichtkomponente der Rechnung darstellt. Gleichzeitig wird ein inhaltlich identisches Mehrstück der Rechnung (XML) innerhalb des PDF mitversandt, so dass die elektronische Verarbeitung der Rechnung über die strukturierten Rechnungsdaten – nach Implementierung in das unternehmensspezifische Softwaresystem – problemlos möglich ist. ZUGFeRD ermöglicht die von der Finanzverwaltung geforderte revisionssichere Archivierung.

Das ZUGFeRD-Datenformat basiert auf der Richtlinie 2014/55/EU vom 16. April 2014 über die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen und auf der am 28. Juni 2017 veröffentlichten Norm EN16931. Zudem werden die Cross-Industry-Invoice (CII) von UN/CEFACT und die ISO-Norm 19005-3:2012 (PDF/A-3) in ZUGFeRD 2.0 berücksichtigt.

Für wen ist ZUGFeRD 2.0 gedacht?

ZUGFeRD kann für den elektronischen Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen, mit der öffentlichen Verwaltung und mit Verbrauchern genutzt werden. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen ist die Nutzung des Rechnungsbildes von ZUGFeRD ein großer Vorteil. Geschäftspartner, die für die Verarbeitung einer Rechnung strukturierte Rechnungsdaten verlangen und benötigen, speisen die Daten der XML-Datei in ihre Systeme ein und ermöglichen ein weitgehend automatisiertes Einlesen und Weiterverarbeitung der Rechnung.

online-Tarif und Sondervertragskundenrechnungen

Fast alle Energieversorger haben mindestens einen online-Tarif, der eine Versendung der gedruckten Rechnung obsolet macht. Stattdessen erhalten die Kunden Rechnungen in digitalem Format wie z.B. pdf-Format. Da das ZUGFeRD-Format das pdf-Format ebenfalls unterstützt, überlegen sich gerade viele Wilken-Kunden, ob sie die Rechnungen der online-Tarife und Sondervertragskundenrechnungen direkt im ZUGFeRD-Format erstellen. Private Haushalte können diese nach wie vor mit einem pdf-Reader öffnen und Gewerbekunden können bei Bedarf die enthaltene xml-Komponente elektronisch weiterverarbeiten.

Anpassungen in Wilken-ENER:GY

Wilken-ENER:GY unterstützt aktuell die Version 1.0 des ZUGFeRD-Formats (EDNA-Überarbeitung mit energiewirtschaftlichen Ausprägungen). Neben der Unterstützung der ZUGFeRD-Version 2.0 wird gerade die Verschlüsselung auf Geschäftspartnerebene realisiert. Ähnlich wie bei Marktpartner können Nachrichten zwischen Energie- und Wasserversorger und Geschäftspartnern verschlüsselt werden, wenn diese z.B. per E-Mail versendet werden. Neben der Versendung über E-Mail können die ZUGFeRD-Rechnungen nach wie vor auch im Self-Service-Portal bereitgestellt werden.

Kommentare

0 Personen haben diesen beitrag kommentiert

Meinungen

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.